Die Welt der Plastikbecher

Die Welt der Plastikbecher
Inhalt:
  1. Wie wird Kunststoff hergestellt?
  2. Wie werden Kunststoffbecher gefertigt?
  3. Bedruckung von Kunststoffbechern
  4. Was ist ökologischer?
  5. Entsorgung und Recycling
  6. Fazit und Innovationen
Die Welt der Plastikbecher

Wenn es um Verpackungen geht, ist Kunststoff eines der am intensivsten diskutierten Materialien. Es gibt unzählige Meinungen darüber, ob Kunststoff vorteilhaft für die Umwelt ist und wie nachhaltig er tatsächlich sein kann.

Wir bei Optipak bieten verschiedene Verpackungslösungen aus Kunststoff an, da es sich um eines der widerstandsfähigsten Materialien handelt, die es gibt. Das macht uns natürlich ein wenig befangen, was die Vor- und Nachteile von Kunststoff angeht. In diesem Beitrag haben wir alle Fragen rund um Kunststoffbecher zusammengestellt. Wir werfen einen Blick darauf, wie Kunststoffbecher hergestellt werden, betrachten die verschiedenen Kunststoffarten und sprechen am Ende über deren Lebenszyklus.

Wie wird Kunststoff hergestellt?

Die Herstellung hängt stark davon ab, welcher Kunststofftyp für die Becher verwendet wird. Schauen wir uns die drei gängigsten Arten an: PET, rPET und PLA. Die Wahl des Materials hat einen großen Einfluss auf die Umweltbilanz.

PET-Kunststoff

PET steht für Polyethylenterephtalat und ist die am weitesten verbreitete Kunststoffart. Er wird vor allem für Flaschen und flexible Verpackungen verwendet, da er sehr robust ist. Bei korrekter Entsorgung kann er recycelt und für neues rPET wiederverwendet werden. PET ist das Standardmaterial für Kunststoffbecher, da es reichlich verfügbar und für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen ist.

Hergestellt wird PET aus Naphtha, einer Fraktion des Erdöls. Durch den Prozess der Polymerisation verbinden sich Ethylen und Propylen zu Polymerketten, die letztendlich den PET-Kunststoff bilden.

rPET-Kunststoff

rPET steht für recyceltes Polyethylenterephtalat. Da PET sehr langlebig ist, lässt es sich hervorragend recyceln, ohne an Qualität zu verlieren. Immer mehr Unternehmen setzen auf rPET statt auf Neuware – nicht nur bei Bechern, sondern auch in der Bauindustrie (z. B. für Fensterrahmen) oder für Brillengestelle.

Nach der Sortierung wird das PET-Material zu sogenannten Flakes (Kunststoffflocken) zerkleinert. Die Qualität des recycelten Kunststoffs hängt davon ab, wie gründlich diese Flocken gereinigt und von Bakterien befreit wurden.

PLA-Kunststoff

PLA (Polymilchsäure) ist ein Biokunststoff und der weltweit am häufigsten genutzte seiner Art. Er wird oft als umweltfreundliche Alternative für Verpackungen beworben. Ein Hauptproblem bei PLA ist jedoch, dass das Angebot weit unter der Nachfrage liegt, was die Preise im Vergleich zu PET und rPET deutlich in die Höhe treibt.

PLA ist ein Polyester auf pflanzlicher Basis, der meist aus Maisstärke oder Zuckerrohr gewonnen wird. In einem Fermentationsprozess wird die Stärke in Milchsäure umgewandelt, aus der dann der Kunststoff entsteht.

Wie werden Kunststoffbecher gefertigt?

Bei der Produktion unterscheidet man grundsätzlich zwischen Einweg- und Mehrwegbechern (Hartplastikbecher). Beide Varianten werden meist im Spritzgussverfahren hergestellt.

  1. Mischen: Das Rohmaterial wird in eine Maschine (Trichter) gegeben und ständig mit notwendigen Zusätzen vermischt.
  2. Formen: Die flüssige Masse wird in Formen gespritzt, die Größe und Wandstärke des Bechers bestimmen.
  3. Abkühlen: Sobald das Material die richtige Form hat, kühlt es in der Form ab.
  4. Entnehmen: Durch leichtes Erwärmen oder mechanische Vorrichtungen wird der fertige Becher aus der Form gelöst.

Da die Produktionsanlagen sehr groß sind, spezialisieren sich Hersteller meist entweder auf Einweg- oder auf Mehrweglösungen.

Bedruckung von Kunststoffbechern

In der Welt der „To-go“-Getränke ist das Branding entscheidend. Ein individueller Druck hilft Cafés und Bars, sich von der Konkurrenz abzuheben. Es gibt vier gängige Druckverfahren:

  • Tampondruck: Ideal für kleine Mengen und gewölbte Oberflächen. Die Farbe wird über einen flexiblen Silikonstempel (Tampon) auf den Becher übertragen. Er eignet sich weniger für vollflächige Designs.
  • Flexodruck: Wird für große Mengen verwendet. Er arbeitet mit rotierenden Walzen und flexiblen Druckplatten. Die Einrichtungskosten sind aufgrund der Platten pro Farbe höher, aber der Druckvorgang selbst ist schnell und günstig.
  • Offsetdruck: Das gängigste Verfahren für hohe Auflagen (ähnlich wie bei Zeitungen). Es bietet die präziseste Farbwiedergabe und ist besonders effektiv auf transparenten Hintergründen und gewölbten Flächen.
  • Digitaldruck: Für Kunststoffbecher aktuell noch schwierig, da die CMYK-Farbtechnologie auf diesem Material noch nicht marktreif ist. Wäre er verfügbar, könnten Mindestbestellmengen und Vorkosten (Klischeekosten) drastisch gesenkt werden.

Was ist ökologischer?

Oft konzentrieren wir uns nur auf die biologische Abbaubarkeit und vergessen die CO2-Emissionen bei der Produktion.

Studien zeigen: Berücksichtigt man die Produktion und den Reinigungsaufwand (Wasser/Energie), muss ein Mehrwegbecher etwa 30 Mal benutzt werden, um eine bessere CO2-Bilanz als ein Einwegbecher aufzuweisen. Im dänischen Freizeitpark Tivoli beispielsweise werden Mehrwegbecher im Schnitt nur 6 Mal genutzt. Die Frage der Nachhaltigkeit hängt also extrem stark von der tatsächlichen Nutzungsintensität ab.

Entsorgung und Recycling

  • PET und rPET: Sie bauen sich in der Natur nicht ab. Daher ist ein funktionierendes Sammelsystem essenziell. PET kann mechanisch recycelt werden (rPET bis zu 9 Mal). Wenn es nicht recycelt wird, dient es oft als Ersatzbrennstoff in Energiewerken.
  • PLA: Obwohl es als „bioabbaubar“ bezeichnet wird, zersetzt sich PLA in der Natur nicht. Es benötigt industrielle Kompostieranlagen mit speziellen Temperaturen und Chemikalien (Dauer ca. 60 Tage). Das Problem: Viele Sortieranlagen können PLA nicht von PET unterscheiden. Gelangt PLA in den PET-Recyclingstrom, kann es den gesamten Prozess ruinieren.

Fazit und Innovationen

Die Zukunft gehört dem 100% recycelten Kunststoff (rPET). Die größte Herausforderung ist hierbei die Zulassung für den Lebensmittelkontakt. Wir bei Optipak setzen uns dafür ein, dass unsere Hersteller diese Standards erfüllen.

Zudem fordern wir bessere staatliche Lösungen:

  1. Verbesserte Sammelsysteme: Nur was gesammelt wird, kann recycelt werden.
  2. Einheitliche Kennzeichnung: Wir schlagen eine klare Etikettierung für PET, rPET und PLA vor, um die Müllsortierung für Verbraucher und Sortieranlagen weltweit zu vereinfachen.
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