Kennzeichnung von Kunststoffbehältern: Arten und Interpretation der Kennzeichnung von Kunststoffbehältern

Inhalt:
  1. Anforderungen an Kunststoffgeschirr
  2. Kunststoffarten und ihre Markierung
  3. Weitere Symbole zur Nutzung

Heutzutage haben wir täglich Kontakt mit Kunststoff. Milch, Joghurt oder Mineralwasser kaufen wir meist in Plastikflaschen oder Behältern. Dieses Material hat Glas- und Papierverpackungen weitgehend ersetzt, da es praktisch, robust und kostengünstig ist. Doch mit der weiten Verbreitung rückt auch die Frage der Sicherheit in den Fokus. Hersteller sind daher verpflichtet, den Verbrauchern mitzuteilen, aus welchem Material ihre Produkte bestehen.

In diesem Artikel erklären wir alle Markierungen und Symbole, die auf Kunststoffprodukten zu finden sind.

Anforderungen an Kunststoffgeschirr

Verbraucher wählen Geschirr nicht nur nach dem Verwendungszweck, sondern auch nach Qualitätskriterien aus. An die Hersteller werden daher klare Anforderungen gestellt:

  • Sicherheit: Der verwendete Kunststoff muss für den menschlichen Körper unbedenklich sein und internationalen Standards entsprechen.
  • Chemische Beständigkeit: Hohe Resistenz gegen Stoffe wie Laugen und Säuren.
  • Hitzebeständigkeit: Wichtig für das Erhitzen von Speisen oder das Einfüllen heißer Flüssigkeiten.
  • Thermostabilität: Ermöglicht ein sicheres Anfassen des Geschirrs nach dem Erhitzen in der Mikrowelle.
  • Kältebeständigkeit: Geeignet für die Lagerung im Kühlschrank oder Gefrierfach.
  • Vielseitigkeit: Auswahl an Größen, Formen, Volumina und Farben.
  • Formstabilität: Das Material muss elastisch sein, aber seine Form beibehalten.
  • Recyclingfähigkeit: Einfache Entsorgung oder Wiederverwertung.

Kunststoffarten und ihre Markierung

Jedes Kunststoffprodukt trägt eine Kennzeichnung, die über seine Zusammensetzung informiert. Diese besteht aus einem grafischen Symbol – drei Pfeilen, die ein Dreieck bilden – mit einer Zahl von 01 bis 07 in der Mitte. Dieses Symbol befindet sich meist auf dem Boden der Verpackung.

01 PET (PETE)

Polyethylenterephthalat wird am häufigsten für Lebensmittelverpackungen wie Wasser- und Saftflaschen oder Fertiggericht-Schalen verwendet. Untersuchungen deuten darauf hin, dass PET Stoffe abgeben kann, die eine östrogenähnliche Wirkung haben. Wichtig: PET-Produkte sollten nicht wiederverwendet werden.

02 HDPE (PE-HD)

Polyethylen hoher Dichte wird unter niedrigem Druck hergestellt. Es ist besonders robust und resistent gegen Säuren. HDPE-Verpackungen können sicher wiederverwendet werden und sind hervorragend recycelbar, was sie zu einem der umweltfreundlichsten Kunststoffe macht. Es wird oft für Milchflaschen, Kanister, Blumentöpfe und Gartenmöbel verwendet.

03 PVC (V)

Polyvinylchlorid wird in der Lebensmittelbranche nur minimal eingesetzt, da es gesundheitsschädlich sein kann. Beim Verbrennen setzt es giftige Dioxine frei. PVC findet sich in Medizinprodukten (Spritzen), Fensterrahmen, Schallplatten und Kabelisolierungen. Vorsicht: PVC darf nicht in direkten Kontakt mit Lebensmitteln kommen, insbesondere nicht unter Hitzeeinwirkung, da es Toxine freisetzt.

04 LDPE (PE-LD)

Polyethylen niedriger Dichte wird unter hohem Druck gefertigt. Es wird in der Pharma- und Lebensmittelindustrie (z. B. für Frischhaltefolien, Ketchup-Flaschen, Tüten) verwendet. Es gilt neben HDPE und PP als einer der unbedenklichsten Kunststoffe für die Gesundheit und kann mehrfach verwendet werden.

05 PP

Polypropylen ist nach HDPE das sicherste Material für Lebensmittel. Es ist hitzebeständig und wird daher für Kaffebecher, Joghurtbecher und mikrowellengeeignete Boxen verwendet. PP ist sehr langlebig und kann mehrfach wiederverwendet werden. Es ist zudem resistent gegen Fette und viele Chemikalien.

06 PS

Polystyrol gilt als gesundheitlich bedenklich und sollte nach Möglichkeit gemieden werden. Dennoch wird es oft für Einwegbecher, Deckel für Heißgetränke oder Imbiss-Container verwendet. Bei Erhitzung können schädliche Stoffe austreten.

07 O (OTHER)

Diese Kategorie umfasst Mischungen verschiedener Kunststoffe, die potenziell gefährlich sein können, da sie oft Bisphenol A (BPA) enthalten. BPA steht im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen.

  • Ausnahme: Produkte mit der Kennzeichnung „BPA-frei“ oder „BPA 0%“ sind für Lebensmittel sicher, sollten aber dennoch nicht stark erhitzt oder dauerhaft wiederverwendet werden.

Weitere Symbole zur Nutzung

Neben dem Materialcode gibt es weitere wichtige Zeichen für den korrekten Gebrauch:

  • Glas-Gabel-Symbol: Bestätigt, dass das Material für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen ist.
  • Grüner Punkt: Zeigt an, dass der Hersteller an einem dualen System zur Verwertung von Verkaufsverpackungen teilnimmt.
  • Recycling-Dreieck (Möbius-Schleife): Weist darauf hin, dass die Verpackung recycelbar ist. Eine Prozentangabe in der Mitte gibt an, welcher Anteil des Materials bereits aus Recyclingprozessen stammt.

Zahlencodes für andere Materialien:

  • 20–39: Pappe oder Papier
  • 40–49: Metall
  • 50–59: Holz
  • 60–69: Textilien
  • 70–79: Glas
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